Nachdem das Bundesverfassungsgericht in 2018 ein Urteil zur Grundsteuer gefällt hat, musste diese reformiert werden. Auf der neu erstellten Grundlage muss deshalb die neue Grundsteuer ab 2025 entrichtet werden.

Früher wurde die Grundsteuer auf Basis der veralteten Einheitswerte berechnet. Mit der Reform, der vom Bundesrat im November 2019 zugestimmt wurde, soll mehr Gerechtigkeit bei der Berechnung erfolgen. Hiermit wurde im Grundsteuer-Reformgesetz ein so genanntes Bundesmodell normiert. Von diesem Modell können die Bundesländer über eine Länderöffnungsklausel eigene abweichende Bestimmungen festlegen.

Derzeit sieht es so aus, dass die Bundesländer

  • Berlin,
  • Brandenburg,
  • Bremen,
  • Mecklenburg-Vorpommern,
  • Nordrhein-Westfalen,
  • Rheinland-Pfalz,
  • Sachsen-Anhalt,
  • Schleswig-Holstein,
  • Thüringen,
  • Saarland und Sachsen mit Abweichung bei der Höhe der Steuermesszahlen.

von dem Bundesmodell gebrauch machen. Das Bundesmodell berücksichtigt hier zum Beispiel die Grundstücksfläche, die Gebäudeart, das Baujahr, den Bodenrichtwert und die statistische Nettokaltmiete.

Die anderen Bundesländer werden hiervon abweichen und eigene Vorgaben formulieren. So gibt es von den “Abweichlern” in der Regel eigene Informationsseiten, auf die man zurückgreifen kann:

Die wichtigsten Zahlen zur Grundsteuerreform

15 Mrd.

Steueraufkommen

36 Mio.

Immobilien (Einheiten)

ab 2022

Neubewertung durch Reform

ab 2025

Inkrafttreten

Die Länderöffnungsklausel führt zum Beispiel in Hessen zu einem Flächen-Faktor-Modell bzw. Flächen-Lage-Modell. Damit wird eine neben der Grundstücksfläche, der Gebäude- oder Wohnfläche sowie der Nutzflächen auch die Lage des Objektes berücksichtigt. Mit diesem Äquivalenzprinzip erhöht oder vermindert die Lage das Ergebnis. Eine einfache Berechnung und die Berücksichtigung der Lage sehen die Bundesländer Hessen, Hamburg und Niedersachsen hier als Vorteil.

Weitere Modelle neben dem Bundesmodell ist zum Beispiel auch das Flächenmodell / Bodenwertmodell. Dieses verwenden z.B. Bayern und Baden-Württemberg um eine einfache Berechnung mit möglichst geringem Verwaltungsaufwand auf Basis der Grundstücksfläche, Nutzungsart sowie dem Bodenrichtwert oder der Gebäudefläche zu ermitteln.

Lexware und die Grundsteuerreform

Eigentlich ist die Grundsteuerreform kein Thema für die Buchhaltung, somit auch kein Softwarethema für die meisten Lexwareprogramme. Dennoch werden in einigen Softwarelösungen wie der Lexware neuen Steuerkanzlei oder den Steuermodulen, verschiedene Möglichkeiten geschaffen die Meldung zu erzeugen oder vorzubereiten.

Sie brauchen ein ELSTER-Zertifikat

Sie benötigen einen ELSTER-Zugang, denn die Meldungen werden ausschließlich Online entgegengenommen. Die Registrierung auf Elster ist kostenfrei. Hier können Sie sich ein persönliches Zertifikat erstellen. Die “Firmen”-Zertifikate, s.g. Organisationszertifikate, können unter Umständen nicht verwendet werden. beachten Sie bitte, dass das Anmeldeverfahren etwas dauert, Sie erhalten eine E-Mail und einen Brief um sich entsprechend auszuweisen. Erst danach können Sie das Zertifikat herunterladen.

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